Der kleine Feuerwehrmann auf dem Schrottplatz

Dass der kleine Feuerwehrmann immer mit einem roten Fahrrad zum Stützpunkt fährt, das wisst Ihr ja. Dass er dieses Fahrrad besonders liebt, das wisst Ihr wohl auch - denn die schöne rote Farbe, die gefällt ihm gut. Deshalb putzt er sein Fahrrad auch ganz oft. Aber stellt Euch vor, als er neulich seinen Drahtesel putzte, entdeckte er, dass das linke Pedal schon ganz rostig war. Und wie er ein bisschen mehr scheuerte, ja, da brach es sogar ab. Das Gewinde war total verrostet und kaputt.

 

Ärgerlich schob der kleine Feuerwehrmann mit dem Fahrrad zu Reimanns Willi, der den Fahrrad-Shop besaß.

Reimanns Willi guckte sich die Angelegenheit an und meinte dann kopfschüttelnd: „Kleiner Feuerwehrmann - Dein Fahrrad stammt aus der Steinzeit, dafür gibt es keine Ersatzteile mehr.”

Jetzt wurde der kleine Feuerwehrmann noch schlechter gelaunt.

„Was kann ich denn bloß tun? Ich liebe mein Fahrrad doch” sagte er.

 

Am nächsten Tag hatte er Dienst, und nun musste er zu Fuß zum Stützpunkt gehen.

„Was ist mit Dir los, wo ist Dein Fahrrad?” fragten die Kollegen. Der kleine Feuerwehrmann erzählte ihnen von seinem Missgeschick.

Sein Freund Rüdiger kratzte sich am Kopf und überlegte:

„Die einzige Möglichkeit, die mir einfällt, das ist Schrottel-August. Der sammelt doch alles, da kannst du vielleicht was finden! Und weißt du was, da fahren wir gleich mal hin!”

 

Sie holten das Löschfahrzeug aus der Garage und fuhren los. Schrottel-August wohnte nämlich nicht im Dorf, sondern weit entfernt im Haubental am Waldrand. Der Weg dorthin war holprig und hatte viele Schlaglöcher.

 

Als Schrottel-August das Feuerwehrauto kommen sah, bekam er es mit der Angst zu tun:

„B-B-B-Brennt es v-v-v-vielleicht b-b-bei mir - und ich habe es nicht b-b-bemerkt?” ängstigte er sich.

 

Ihr müsst wissen, dass August stotterte. Das tat er schon seit seiner Kindheit, und es gab eine Menge dummer Leute, die ihn deswegen hänselten. Wenn er aufgeregt war, bekam er manchmal vor lauter Stottern kein Wort heraus. Das war auch ein Grund, warum er so weitab vom Dorf wohnte - da brauchte er diesen dummen Leuten nicht dauernd begegnen und „g-g-g-guten T-T-T-Tag” zu wünschen.

 

Dieser Platz im Haubental - Ihr hättet Eure Freude:  auf Augusts Gelände und in den alten windschiefen Hallen lagerten Hunderte von alten Autowracks, es gab eiserne Tore von Fabrikhallen, Zementkübel, Stücke von schmiedeeisernen Zäunen. Dazwischen lagerten alte Fenster ohne Glas, ein altes Sofa, Radios ohne Gehäuse, ein alter Polsterstuhl, auf dem schon Karl der Große gesessen hatte, Baumscheiben eines dicken Kirschbaums aus dem Auroffer Wald, der im Jahre 1930 umgeweht war.

Auf einem Regal standen viele Blechbüchsen: wenn es dem August langweilig wurde mit seinem Schrott, nahm er sich einen Tennisball und zielte auf die Dosen. Und obwohl seine Augen schon mindestens 60 Jahre alt waren, konnte er mittlerweile supergut zielen.

Das Dach seines Büros war ein umgestülptes Boot, das war früher mal leuchtend rot gewesen, man konnte sogar den Namen noch lesen: „Arabella“ stand da in verblasster Schnörkelschrift zu lesen.

Ja, hier konnte man alles finden - möglicherweise nicht unbedingt das, was man gerade suchte, aber viele andere interessante Dinge, die man vielleicht später mal gebrauchen konnte......

 

Und wie gehts weiter? Aber da gibt es ja ein Buch: "Geschichten vom kleinen Feuerwehrmann"

heisst es und ist prima zum Vorlesen und zum Selberlesen, besonders wenn man schon 6 Jahre alt ist.

 

Der Erstdruck ist vergriffen.

 

 

Das Buch ist jetzt für 9,00 Euro bei Irene Bertram oder aber demnächst im Buchhandel erhältlich.

 

siehe auch PRESSESTIMMEN